Die 38. Woche dieser Schwangerschaft ist geschafft und wir sind wirklich im Endspurt angekommen. Die Kinder und wir werden immer aufgeregter und freuen uns wahnsinnig auf das kleine Wesen. Dieses kleine Menschlein, was noch in mir ist und jetzt schon so turbulent auf sich aufmerksam macht. Dieses Wesen, was jetzt schon von uns allen so sehr geliebt und erwartet wird und was bereits in der Schwangerschaft so anders ist, als die Geschwister.
Noch ein paar Tage
Noch bin ich im Krankenhaus und die Tage vergehen sehr zäh. Mir fällt es echt schwer, dass ich keinen Besuch bekommen darf, aber die Kinder und mein Mann rufen recht häufig an und wir schnacken über Videotelefonie. Ich erhalte auch Post von der Lütten, weil mein Mann mir noch ein paar Sachen reinreichen muss. Wobei er die Tasche bei der Rezeption abgeben muss und ich diese dann abholen kann. Ich verstehe ja die strengen Regeln, aber mir fällt es dennoch schwer.
Nachdem ich das tolle Bild der kleinen in den Händen halte kullern mir die Tränen. Ich kann nicht genau sagen, ob vor Freude, weil die kleine nicht sonderlich gerne malt und es immer etwas Besonderes ist, wenn sie einem ein Bild malt. Oder ob es das Motiv ist, was mir Tränen in die Augen treibt oder die Sehnsucht nach meinen Kinder, die dadurch noch schlimmer wird. Ich denke, es ist eine Mischung aus allem. Das Bild bekommt einen Ehrenplatz auf meinem Nachtschrank und ich sehe es regelmäßig.
Es ist so langweilig
Die Tage verstreichen ganz üblich. Morgens kommen die Putzfeen, dann kommen die Schwestern für die Vitalzeichenkontrollen. Danach folgt das Frühstück, um dann zum CTG zu gehen. Später ist dann Visite und dann gibt es schon Mittagessen. Immer wieder kommt jemand zum Blutdruck messen, weil ich zu erhöhtem Blutdrücken neige. Der Nachmittag vergeht immer recht zäh und am frühen Abend gibt es dann schon Abendessen, um im Anschluss erneut zum CTG zu laufen. So vergehen die Tage. Ich bekomme im Wechsel neue Zimmernachbarinnen und das gibt etwas Ablenkung. Zudem vertreibe ich mir die Zeit mit Häkeln. So entsteht eine Schnullerkette für den kleinen Herren, der sich zwischenzeitlich mit seiner Mama und mir das Zimmer teilt. Auch entstehen ein paar Teile für die Puppe der Lütten und Bekleidung für das Bauchwesen. Ich häkel auch für meine Schwägerin etwas zum Geburtstag und versuche mich durch das ganze häkeln einfach noch weiter abzulenken und zu beschäftigen, da man nicht mal großartig spazieren gehen darf und nur im Zimmer bleiben soll. Spannend wird es dann am siebten Tag nach der Aufnahme.
Darf ich endlich wieder nach Hause?
Heute wird nämlich das Wachstum des Bauchwesens kontrolliert mittels Ultraschall und wenn der leitende Oberarzt feststellt, dass es gewachsen ist, dann darf ich noch mal nach Hause! Also liege ich erst mal recht aufgeregt beim CTG. Meine Aufregung spielt sich übrigens in den Herztönen des kleinen Menschlein wieder. Dann geht es endlich zum Ultraschall. Zuvor wird aber noch mal das weitere Vorgehen besprochen, ganz abgesehen von dem anstehenden Ergebnis. Da sich das Bauchwesen noch immer nicht gedreht zu haben scheint, was sich dann im Anschluss im Ultraschall bestätigt. Es wird wohl definitiv auf eine Secio hinauslaufen. Im hiesigen Krankenhaus machen sie die Kaiserschnitte in der Regel, wenn eine Indikation vorliegt, wie bei uns oder ein Wunsch Kaiserschnitt ist, ca. eine bis ein einhalb Wochen vor dem errechnetem Termin. Das bedeutet wiederum, dass wir keine Oster-Überraschung bekommen, sondern Ostern wohl bereits zu fünft sein werden! Der Termin ist fix und dann stellt sich noch die Frage, wie es mit der weiteren Familienplanung aussieht. Darüber haben mein Mann und ich schon lange gesprochen und eigentlich wollte er nach der Geburt zum Urologen, um dort weitere Vorkehrungen zu treffen. Eigentlich war es aber auch gedacht, dass das Bauchwesen spontan entbunden wird. Jetzt sieht es ja dementsprechend anders aus. Also unterschreibe ich meine Einwilligung zur Sterilisation. Wenn ich schon mal offen bin, dann kann man auch die Eileiter abtrennen lassen. Zum einen muss mein Mann sich dann nicht in die ambulante Behandlung begeben, zum anderen ist bei der Frau nach der Sterilisation sofort eine Verhütung gegeben, was bei dem Mann nicht der Fall ist. Dieser muss nämlich nach 6 Monaten, nach erfolgten Eingriff noch mal ein Spermiogramm machen lassen, um sicherzustellen, dass wirklich nichts mehr da ist, was eine Schwangerschaft auslösen könnte. Das wäre jetzt also geklärt und dann geht es an den Ultraschall. Nach vielem Messen und Kontrollieren steht fest, dass das Bauchwesen zwar weiterhin sehr zierlich, aber gewachsen ist. Das bedeutet, ich darf erst mal bis zum Termin der Secio nach Hause. Ich muss allerdings alle 2-3 Tage zur CTG Kontrolle ins Klinikum kommen.
Endlich zu Hause
Mein Mann holt mich vom Krankenhaus ab und gemeinsam fahren wir zu den Kindern. Die Freude ist groß, vor allem, da ich ihnen noch nicht gesagt hatte, dass ich endlich Heim komme. Wir kuscheln und erzählen. Sie stellen viele Fragen und ich berichte, wann ihr Geschwisterchen kommt. Ich bestätige noch mal das Geschlecht, weil man es heute ganz genau gesehen hat auf dem Ultraschall, da das kleine die Beine ordentlich spreizte. So genau konnte man es in der gesamten Schwangerschaft nicht sehen und jetzt kann man eigentlich von einem 100%igem Outing ausgehen. Wir wussten es zwar schon früher, aber jetzt steht es definitiv fest. Ich zeige meine Häkelarbeiten und die Lütte kleidet direkt ihre Puppe um. Wir alle genießen es, dass ich wieder zu Haus bin. Ich packe meine Kliniktasche um und räume definitiv alles ein, was ich denke für den Kaiserschnitt mit drei Tagen Aufenthalt in der Klinik zu benötigen. Ich persönlich hoffe auf eine reibungslose Operation und möchte so schnell wie möglich entlassen werden. Zur Not kann mein Mann mir noch Sachen mitbringen. Nach der Geburt darf ich nämlich von ihm Besuch empfangen. Zwar immer nur für 30 Minuten täglich in der Zeit binnen 15-18 Uhr, aber immerhin.
Wir genießen die Tage zu viert und spielen viele Spiele, schauen Filme und bereiten uns auf den Einzug der kleinen Dame vor. Ja, genau! Es wird wieder ein kleines Mädchen werden. Die großen Mädchen bekommen eine kleine Schwester. Wir sind einfach eine Mädels Familie und mein Mann ist der Hahn im Korb. Wir erledigen letzte Besorgungen und ich lege immer häufiger Pausen am Tag ein. So wie es aussieht, wird dieses Wochenende das letzte sein, an dem wir zu viert sind und wenn alles so läuft, wie geplant, dann werden wir im Laufe des kommenden Wochenende bereits zu fünft auf der Couch kuscheln.
Beobachtungen an mir selbst
GEWICHT: 114,6 kg
TAILLENUMFANG: weiterhin bei 132,5 cm
SS-SYMPTOME: Das Baby strampelt und ich werde echt ungeduldig. Gestationsdiabetes ist unverändert stabil. Sodbrennen macht mich auch im Endspurt fertig! Dann kommen jetzt auch noch die dusseligen Ödeme in den Beinen dazu, die an den Fußfesseln echt Schmerzen bereiten