10.SSW – Meine Schwangerschaft mit dem 3. Kind

Heute startet die 10. Woche meiner Schwangerschaft. Ich bin jetzt 10 Wochen Schwanger. Ich befinde mich bereits im dritten Monat und bald ist das erste Trimester schon um.

Die Angst kriecht über meinen Rücken

Heut geht mir aber auch der Allerwerteste zunehmend auf Grundeis. Morgen steht das erste große Screening an und eigentlich dachte ich, dass ich gefasst wäre und völlig entspannt. Bin ich aber nicht. Mein Mann fragte, ob er morgen mit könne. Ich hab mich gefreut, aber dank Corona darf er nicht mit. Ich muss allein gehen. Die Praxis will so wenig Leute wie Möglich in der Praxis haben. Natürlich versteh ich das, schöner wäre es aber anders. Vor 2 Jahren haben wir am Termin des ersten großen Screenings festgestellt, dass das Herz nicht mehr schlägt. Ich glaube daher habe ich jetzt so Angst vor morgen. Ich habe das Angelsound herausgesucht, aber noch finde ich den Herzschlag nicht. Gut, ich bin auch nicht geübt darin und habe es mir auch erst nach der Fehlgeburt gekauft. Trotzdem denke ich, dass ich mich wohler fühlen würde.

Wann sagen wir es den Kindern?

Dann sprach mein Mann mit mir, ob wir morgen die Kinder einweihen, wenn alles gut geht. Ich stimmte zu. Ich habe ihnen eine Geschwister- Kette gekauft. Ein Herz, welches aus drei Puzzlestücken besteht, auf denen etwas eingraviert ist. Big sis, midle sis und little sis. Ob es jetzt wieder ein Mädchen wird wissen wir natürlich noch nicht, aber die beiden großen werden große Schwestern. Ich bin mal gespannt, ob sie herausfinden, was es mit ihrer jeweiligen Kette auf sich hat. Natürlich nur, wenn morgen alles gut ist. Ich bin gespannt, wie die beiden auf unsere Schwangerschaft reagieren. Sie haben immer mal wieder gesagt, dass sie sich noch ein Geschwisterkind vorstellen könnten. Ich bin auch am Überlegen ihnen vom Sternchen zu erzählen. So wissen Sie, dass auch so etwas passieren kann und das es nichts Schlimmes ist. Der Stern passt  jetzt auf und hat uns das Regenbogenbaby geschickt.

Auf zum Arzt

Heute steht der Termin an und mein Mann hat mich nochmal nervös gemacht. Er konnte schlecht schlafen und machte sich Gedanken. Was wäre, wenn jetzt doch wieder kein Herz schlägt? Was wäre, wenn eine Behinderung vorliegen würde? Was, wenn das Kind nicht richtig entwickelt ist? Mich macht es rappelig und meine Nerven liegen beinahe blank. Dabei wollte ich entspannt in den Termin gehen. Mein Arzt sieht es mir an und lässt mich sofort auf dem Stuhl Platz nehmen. Er schallt von innen und ich sehe sofort das flatternde Herz. Mir geht es schlagartig besser. Dann sprechen wir miteinander. Er meint, wir sollten nicht so nervös sein, auch wenn die Erfahrungen der Vergangenheit noch tief in uns säßen. Es würde nichts auf eine Wiederholung deutet. Er sagte, dass das Würmchen gut herumwurmt und eine Schädelsteißlänge von 2,3 cm habe. Das sei ein wenig klein, aber völlig okay. Ggf. müsse man den ET um ein paar Tage, also bis zu 4, nach hinten schieben und dann würde es passen. Aber das würde er beim nächsten Mal kontrollieren. Ich bekomme die aktuellen Bilder und in 2 Wochen will er mich wiedersehen. Ich lasse mir noch ein Rezept bzgl. der Übelkeit ausstellen und mache den Termin fest. Allerdings erst in 3 Wochen, da die Praxis noch Urlaub hat und dem nach in 14 Tagen keine Termine mehr frei hat.

Nachdem ich raus bin, rufe ich erst mal meinen Mann an und kann auch ihn beruhigen. Ich schicke ihm die Bilder und so vergeht der Tag recht entspannt.

Die Kinder erfahren unser Geheimnis

Abends rufen wir die Mädchen ins Wohnzimmer, wo ich ihnen je ein Schächtelchen gebe. Sie Packen es aus und entdecken darin je eine Kette. Es sind kleine Puzzleteile und sie finden sie toll. Dann sehen sie, dass etwas darauf steht. A. liest auf ihrer Kette „big Sis“ und liest auf L. ihrer Kette „little Sis“.  Wir korrigieren sie und sagen, dass auf L ihrer Kette nicht „little Sis“ stehen würde. Daraufhin liest L. selbst und entziffert „middle Sis“. Sie schaut fragend in die Runde und mein Mann sagt ihr was das auf Deutsch heißt und fragt, wann sie denn eine mittlere Schwester sei. Man sieht förmlich in den Gesichtern der Kinder, wie die Räder zu laufen beginnen. Dann schaut A. mich an und sagt, wenn es noch jemanden geben würde und in dem Moment springt sie schon auf und fliegt mir um den Hals. L. braucht noch einen Moment und muss den Gedanken erst mal verdauen. Sie nimmt mich zwar in den Arm und geht dann aber erst mal mit ihrer Schwester ins Kinderzimmer und spricht mit ihr darüber. Was das jetzt genau heißt und welche Veränderungen jetzt auf sie zukommen würden. L. hat immer ein paar Probleme mit neuen Situationen und dennoch hatte ich eigentlich mit der umgekehrten Reaktion gerechnet. L. hatte immer den Wunsch eins Geschwisterchen geäußert. Aber so sind sie halt, meine Mädchen. Nach einer Weile rast L. aus dem Zimmer und nimmt mich in den Arm. Sie sagt, dass sie sich freuen würde, aber es muss ein Bruder werden, weil nochmal eine zicke als Schwester würde sie nicht aushalten. Ich muss loslachen, weil zurzeit L. die Oberzicke ist und A. recht entspannt in der Pubertät umherspaziert. Abend beim Vorlesen wird dann noch die Frage geklärt, ob wir L. denn dann noch genauso Lieb hätten und nicht das Baby mehr liebhaben würden. Nachdem das noch besprochen war, konnte sie ruhig schlafen.

Morgens als ich runter komme um die Kinder für die Schule zu wecken ist L. bereits angezogen in der Küche und deckt den Frühstückstisch. Ich bin positiv überrascht und L. sagt, dass sie ja jetzt eine große Schwester wird und sich dachte, dass sie mir dann auch mehr helfen wolle. Auch wenn das Baby da wäre, würde sie helfen wollen. Sie gab dem Bauch einen Kuss und strahlte mich an. Ich glaube das war der Punkt, an dem sie sich wirklich auf das Abenteuer Familienzuwachs einlassen konnte.

Die Welt erfährt mit und mit was bei uns los ist

Die Mädchen erzählen in der Schule ihren Freundinnen das sie eine große Schwester werden und so verbreitet es sich langsam. Wir weihen unsere Geschwister auch mit und mit ein. Die Eltern von uns wissen schließlich schon bescheid. Auch vereinzelt werden bereits einige Freunde eingeweiht und langsam wird es immer greifbarer. Alle drücken mit uns die Daumen und sagen, dass sie es uns wünschen, dass dieses Mal alles gut geht.

Zum Ende der SSW wird langsam auch meine Übelkeit weniger und die Brüste entspannen sich etwas. Ich werde dadurch wieder angespannter, weil es so 2018 war, bevor wir erfuhren, dass kein Herz mehr schlägt. Ich beginne dem nach mit dem Angelsound zu suchen und lasse es immer nach 5 Minuten wieder bleiben, wenn ich nicht fündig wurde. Ich rufe mir dann immer in den Kopf, dass es eh noch sehr früh dafür ist und dass der Arzt zudem davon sprach ggf. den ET um bis zu 4 Tage nach hinten zu schieben. Dennoch finde ich am Geburtstag meines Mannes, abends, den Herzschlag und lasse auch meinen Mann lauschen. Er freut sich und sagt, dass es ein tolles Geschenk sei.

Beobachtungen an mir selbst

GEWICHT: 102,6 kg

TAILLENUMFANG: 116 cm

SS-SYMPTOME: Sodbrennen und Übelkeit klingen zunehmend ab, sowie das ziehen in den Brüsten auch, meine Stimmung ist weiterhin etwas schwankend, wobei mein Mann sagt, dass es bei L. wesentlich extremer war.

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