DJH macht stark – aktiv gegen mobbing- Werbung

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Der deutsche Jugendherbergs- Verband „Nordsee – Sauerland“ lud über das Wochenende 19.-21.10.18 insgesamt 15 Familienblogger zum Event „aktiv gegen Mobbing“ in die 2018, nach Renovierungs-/ Sanierungsarbeiten wiedereröffnete und vollkommen neu gestaltete Jugendherberge Nottuln (bei Münster) ein und die Mädchen und ich waren dabei, wie ich hier kurz berichtete.

Die Jugendherberge war gut ein Jahr geschlossen und wurde, laut Presse, mittels Sechsmillionen Euro vollständig saniert. Und das sieht man! Die Herberge erinnert nicht mehr an die alten Erinnerungen von Jugendherbergen. Also nix mit Backsteinhaus, alte knarzende Betten, Sammelduschen und WC auf dem Flur. Absolut nicht. Im Gegenteil. Wir hatten eher den Eindruck in einem gut geführten, aber lockerem, Hotel zu sein. Klar gab es keinen TV in den Zimmern und auch kein W-Lan, welches sonst überall im Haus zur freien Verfügung stand, aber dennoch zerstreute diese Jugendherberge sämtliche Vorstellungen und schlechten Erinnerungen, die ich an Jugendherbergen von früher hatte.
Ich muss von Anfang an sagen, dass ich mit hohen Erwartungen in dieses Wochenende aufgebrochen bin, weil ich mir noch immer Gedanken mache, ob wir damals (-> hier ist „nur“ die Kleinigkeit beschrieben und nicht die „Hölle“,die A. später erlebt hat) hätten A. helfen können, als es ihr in der Schule so schrecklich schlecht ging und ich mich bis zu dem Wochenende noch immer fragte, ob es sich damals wirklich um Mobbing gehandelt hat. Leider kann ich bereits jetzt schon sagen, dass mir das Wochenende aufgezeigt hat, das unser großes Mädchen wirklich auf eine üble Sorte gemobbt worden ist und ich hätte tatsächlich härter durchgreifen müssen. Dennoch weiß ich auch, dass wir nicht alles falsch gemacht haben und wirklich versucht haben alles Erdenkliche zu machen um A. zu schützen ´, unser Fehler war nur, dass wir bei manchen Stellen einfach nicht durchsetzungsfähig genug gewesen sind. Aber ich beginne mal von vorne.

Ankunft und das erste Kennenlernen

Wir kamen freitags, nach einem ordentlichen Stau, deutlich später als geplant, aber dennoch pünktlich an.

Wir freuten uns einige bekannte Gesichter zu sehen und auch darauf neue Gesichter hinter den Blogs kennen zulernen. Wir wurden lieb an der Rezeption vom Herbergsvater „Willkommen“ geheißen. Wir bekamen ein geräumig und wirklich wunderschön eingerichtetes und vor allem behinderten gerechtes Zimmer und fanden dieses schnell. Wir mussten nur ein Stockwerk tiefer, welches wir über die Treppe (wir hätten auch einen Aufzug nutzen können) schnell erreicht haben. Als erstes bestaunten wir die ultimativ moderne Einrichtung, das eigene WC, den Waschtisch und die tolle ebenerdige Dusche. Die Kinder halfen mir dabei Ihr Hochbett zu beziehen und mein Einzelbett durfte ich dann ganz allein beziehen, während die Mädchen die Unterlagen auf dem Tisch begutachteten und die tolle goodie bag durchsuchten. Ich persönlich hab mich riesig über einen Kaffee-to-go Becher gefreut und die Kinder über zwei tolle Vorlesebücher. Auch die ganzen Informationen zur Herberge und der Umgebung waren nicht von schlechten Eltern und leicht verständlich.


Dann ging auch schon der erste Workshop los, nachdem wir noch schnell ein Stück Kuchen im Speisesaal gegessen haben und von Sandra Lachmann, die das Wochenende zusammen mit Gesa Hauschild organisierte hatte, begrüßt wurden.

Bullet Journal: Die kreative Form, den Familienalltag zu planen

Diesen Workshop machte Melanie Robinet alias @fraeuleinsuesholz mit uns, während die Kinder in der eigens für uns eingerichteten Betreuung gut aufgehoben fühlten. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn ein wenig skeptisch gewesen bin, weil ich mir nicht vorstellen konnte in irgendeiner Art und Weise Hand Lettering zu machen. Gut, ich bin ein winziges bisschen künstlerisch begabt (ich hatte zumindest in der Schule in Kunst immer eine 1 oder 2) aber jetzt hier so kunstvoll schreiben und den Alltag planen? Ein paar gute Dinge brachte ich zumindest mit. Ich brauche Struktur in meinem Alltag und habe Termine immer doppelt und dreifach notiert. Jetzt lernte ich also das ganze auch noch in schön zu machen und ich muss zugeben, dass ich langsam aber sicher gefallen daran gefunden habe. Zu Hause hat sich meine älteste übrigens das Handout von Melanie geschnappt und übt fleißig Handlettering (Ja, ja, das Christkind wird die neue Leidenschaft wohl unterstützen).


Nach dem Kurs gab es erst mal Abendessen. Wir waren alle echt begeistert. Es gab gleich zweierlei Gerichte zur Auswahl (vegetarisch und mit Fleisch) und dann auch noch Nachtisch. Das Obst lasse ich mal unter den Tisch fallen. Auch gab es zweierlei Eistee Sorten und Wasser zum Zapfen, sowie immer genügend Kaffee. Zum Frühstück gab es übrigens ein Buffet mit viel Auswahl von Brötchen über Brot und Croissants bis hin zu Müsli und gemischten Aufschnitt Platten von Wurst und Käse. Auch Obst und Rohkost, sowie verschiedene Marmeladen und Honigsorten standen zur Auswahl. Auch Eier in gekochter oder gerührter Form standen bereit. Mittags gab es dann wieder zweierlei warme Gerichte und nachmittags gab es immer Kuchen und Obst. Also über das Essen lässt sich absolut nicht klagen und es war immer genügen Auswahl. Das einzige was noch an die Herberge erinnerte war, dass man nach dem Essen sein Geschirr selbst wegräumen musste.


Nach dem Abendessen wurde es dann noch einmal gemütlich, aber zuvor zeigten mir die Kinder Ihre Entdeckung. Sie brachten mich in den „Keller“. Dort gab es neben einem Airhockey eine Indoorlandschaft, die die Mädchen einfach spitze gefunden haben. Sie kletterten und tobten über die gepolsterten Böden und lachten nach Herzenslust.

Gemütlicher Ausklang des ersten Tages

Später trafen sich alle Teilnehmer und natürlich Kinder draußen auf dem Gelände der Herberge zum Lagerfeuer und Stockbrot backen. Die Kinder wirkten begeistert und die ersten Freundschaften, die sich bereits über den Nachmittag gebildet hatten wurden nochmal vertieft. Wir alle unterhielten uns ausgiebig, machten Stockbrot und die Kinder lachten und liefen um uns herum oder waren auf den Spielplätzen der Jugendherberge unterwegs.


Als es dann aber auf 21:30 Uhr zuging wurde ich zunehmend müde und trennte meine Kinder von ihren neuen Freunden um mit den Mädchen ins Bett zu gehen. Während ich mich noch schnell unter die Dusche stellte begann A. ihrer kleinen Schwester eines der neuen Bücher aus der goodie bag vorzulesen.

Der zweite, emotionale und entspannte Tag, beginnt

Wir werden wach und die Kinder haben recht gut geschlafen. Ich nicht so, was aber daran liegt, dass mein Mann nicht bei uns ist. Nachdem wir gefrühstückt haben machen sich die Mädchen wieder auf den Weg in die Betreuung. Ich gebe ihnen Jacken mit, falls sie nicht nur drinnen basteln und im Indoorbereich toben, sondern raus an die frische Luft gehen, wo die Sonne lacht. Schließlich bietet sich die große Wiese, sowie die beiden Spielplätze des Außengelände förmlich an.


Der zweite und für mich hoch emotionale Workshop beginnt.

Helden e.V. (Cyber-) Mobbing

Der Helden e.V. hielt einen Vortrag zum Thema (Cyber-)Mobbing. In dem Vortrag ging es um die Definition von (Cyber-) Mobbing und wie sich das „klassische“ Mobbing mit der Zeit zum Cybermobbing gewandelt hat. Des Weiteren wurden uns Indikationen an die Hand gegeben, mit denen wir als Eltern Mobbing erkennen können und wie wir Eltern bei dem Verdacht von Mobbing reagieren sollten. Es wurden uns aber auch Fehler aufgezeigt, die wir Eltern beim Umgang mit Mobbing begehen und die wir Eltern und auch Lehrer vermeiden sollten.
Einen Ausführlichen bericht zu diesem Workshop werde ich die kommenden Tage noch veröffentlichen, weil das hier in diesem Artikel einfach den Rahmen sprengen würde und ich die Thematik zu wichtig finde.

Die Seele an der Luft baumeln lassen

Nachmittags, nach dem für mich hoch sensiblen und aufwühlendem Thema des Helden e.V. und einem leckeren und schnellen Mittagessen (die Helden haben den Workshop länger gemacht, als geplant und er hätte gern noch länger gehen dürfen, wenn man mich fragt) ging es auf den Abenteuerhof der Familie Bagert entspannt weiter. Dort erwartet uns eine ganze Menge. Es gab Kaffee, Saft, Wasser und Waffeln für unser Leibliches Wohl. Ziegen, Hühner, Esel, Hunde und Kaninchen zum Anfassen und bestaunen. Einen Naturspielplatz mit Kletterfelsen und Matsche- Tümpel, eine Scheune voller Strohballen mit vielen Tunneln und Rutschen zum toben, klettern und springen. Wir wurden über den Hof geführt, durften die Tiere streicheln und sogar auf die Wiese zu den Hühnern um auf Eiersuche zu gehen. Bevor wir dann zurück zur Jugenherberge fuhren konnten wir es uns nicht nehmen in der „Eizelle“ noch 10 Eier mitzunehmen. Der Hof war eine wilkommene Abwechslung und ein sagenhafter Ausgleich für den Vormittag und nicht nur die Kinder kamen auf ihre Kosten. Es war einfach schön.

Den Abend ausklingen lassen

Zurück in der Herberge hieß es erst mal „ab unter die Dusche“. Gefühlt hatten die Mädchen jeweils einen Strohballen in den Gummistiefeln. Frisch gewaschen ging es dann zum Abendessen. Nach dem Abendbrot wurden die Kinder gefragt, wer Lust auf eine Nachtwanderung hätte und meine beiden waren absolut begeistert. Also wurden die Jacken wieder angezogen und schwupps waren viele Kinder unterwegs mit der Betreuung. Wir Eltern hingegen trafen uns im Indoorbereich.

Buchvorstellung von Kinstabuch

Rike Drust, auch unter Muttergefühle bekannt, die auf Kinstabuch die „supersten“ Kinderbücher vorstellt, erwartete uns bereits. Sie hatte eine menge Kinderbücher im Gepäck zum Thema Kinder stärken und Toleranz, die sie uns dann ans Herz legte. Es gab einige wirklich gute Bücher, die mich ansprachen und die ich gerne vor ein paar Jahren bereits gehabt hätte. Der Abend verging wie im Flug. Wir lauschten, bestaunten, knabberten Chips und tauschten uns aus. Es war super und ein paar Bücher werden bald hier einziehen. Ich kann wirklich nur Kinstabuch empfehlen, wenn jemand Kinderbücher mit dem besonderen Etwas sucht, dann hat Rieke es bereits entdeckt und darüber berichtet.

So endete der zweite und vorletzt Tag in der Jugendherberge Nottuln.

Der letzte Workshop und Checkout

Um 10 Uhr mussten wir bereits ausgecheckt haben und das Zimmer demnach geräumt haben. Wir standen also mit dem Wecker auf, packten unsere sieben Sachen in den Koffer, zogen unsere Betten ab und fegten einmal durch. Die Bettwäsche brachten wir in den Wäscheraum und die Schlüssel gaben wir an der Rezeption ab. Dann brachte ich den Koffer in unser Auto und im Anschluss wurde ein letztes mal gefrühstückt, bevor die Mädchen dann wieder in die Betreuung gingen um noch einmal mit ihren neuen Freunden zu spielen und ich besuchte den letzten Workshop dieses Wochenendes.

Resilenz fördern- wie wir unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten machen

Ich sollte zu erst mal erklären, was Resilenz eigentlich bedeutet, mir war dieser begriff nämlich nicht bekannt.
Resilenz stammt vom lateinischen resilire „zurückspringen“ „abprallen“ oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.


Anika, von nature- concepts- Erlebnis lernen e.V., erzählte uns eine Menge über Entwicklungsstufen von Kindern und wann Kinder welche Gefühle bewusst äußern und warum sie wie in welchem Alter reagieren. Sie erarbeite mit uns Eltern dinge, an denen uns nochmal bewusst wurde, wie besonders unsere Kinder sind. Sie gab uns mit auf den Weg, dass kinder stark und tolerant werden und eine gute Resilenz haben, wenn eine sichere Bindung zwischen den Kindern und Eltern/ Vertrauenspersonen besteht. Dann machte sie mit uns noch Übungen aus dem Bereich des sozialen Kompetenz Trainings und demonstrierte uns damit eine menge. Sie zeigte mit Ihren mitteln ganz genau, wie wir unsere Kinder unterstützen können und ich muss gestehen, dass ich ein kleiner Fan von sozialem Kompetenz Training geworden bin und denke, dass man so etwas auch mit Kindern/ Schülern in den Schulen machen sollte um die Bindung der Gemeinschaft zu fördern.
Nach diesem Workshop endete unser Wochenende „DJH-macht stark“ und ich nahm eine Menge für mich und meine Kinder mit. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Gesa Hauschild und Sandra Lachmann bedanken, dass wir dabei sein durften und hoffe, dass es nicht unser letztes Wochenende in einer deutschen Jugendherberge gewesen ist.

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