Wir gehen gemeinsam unserem Wunsch entgegen

Vor einiger Zeit habe ich dir einen Einblick in mein tiefstes inneres gegeben, in dem ich dir von (m)einem stillen Wunsch erzählt habe, nachdem ich diesen Artikel ewig in meinen Entwürfen hatte und wirklich lange gehadert habe, ob ich diesen jemals veröffentlichen werde.
Noch immer bin ich dabei den Wunsch nach einem weiteren Kind zu begraben und dies klappt mal mehr mal weniger gut. Ich versuche es so gut ich kann und versuche zu vermeiden, dass irgendwer meinen inneren Kampf sieht. Ich gebe mir redlich Mühe, aber manchmal bricht es doch durch und die ein oder andere Träne stielt sich aus meinem Auge.So ein unerfüllter Kinderwunsch kann schmerzhaft sein und dennoch halte ich mich in dem Moment an meinen Mädchen und unserer Familie. ich liebe sie alle und will meine Familie nicht verlieren.
Eines Nachmittags kommt mein Mann zu mir. Er nimmt mich in den Arm und sagt „Ja“ Ich verstehe absolut nicht, was er meint und frage dumm „Was Ja?“, worauf er antwortet: “Ich bin bereit dazu, bereit für ein weiteres Kind“.

Wir gehen gemeinsam

Ich weiß erst nicht, was er plötzlich von mir möchte, aber als seine Worte in meinem Hirn ankommen und ich seine gesagten Worte verstehe fange ich an zu weinen. Mir verschlägt es die Sprache und ich bin total überwältigt. Ich verstehe nicht, woher er plötzlich den Mut hat es doch zu versuchen. Ich versuche mit Ihm zu reden und er antwortet nur, dass er „Zeit“ zum Nachdenken brauchte. Diese Zeit betrug über ein Jahr. Aber ich bin jetzt einfach nur Glücklich. Wir möchten gemeinsam ein drittes Kind und wir werden jetzt gemeinsam einen neuen Weg unseres Lebens einschlagen, ein neues Kapitel unseres Lebensbuches öffnen. Wir. Gemeinsam!
So beginnen wir im März 2017 mit dem Abenteuer „ein drittes Kind“. Wir einigen uns darauf, dass wir jetzt nicht nach Termin in die Kiste hüpfen werden. Wir wollen einfach die Verhütung unter den Tisch fallen lassen und abwarten ob etwas passiert. Wenn nicht, dann sollte es einfach nicht ein und wenn doch, dann ist es natürlich wunderbar.

Ich schnappe völlig über

Als erstes besuche ich meinen Gynäkologen und lasse mir die Kupferspirale entfernen, die ich damals, nach Mini, habe einsetzen lassen. Dann beginne ich damit meinen Zyklus, den ich schon lange Nachverfolge, genauer zu beobachten. Ich habe da die ein oder Andere App, die ich recht gut finde und dafür nutze.
So habe ich zügig raus, wann nicht nur meine Periode einsetzt, sondern auch wann der Eisprung sein müsste. Die Temperaturmethode lasse ich aber außen vor, da ich das für mich zu umständlich finde, zumal man immer zur selben Zeit nach dem schlafen messen soll und dass durch meine Nachtwachen schon nicht kompatibel ist. Dafür nutze ich Ovulationstests.
Natürlich haben wir besprochen, dass wir es einfach darauf ankommen lassen möchten, dennoch möchte ich für mich selbst, eine gewisse Kontrolle, behalten. Diese Kontrolle wird mir aber noch zum Verhängnis werden, was mir zu dem Zeitpunkt echt nicht klar ist.
Ich trinke Klapperstorchtee bis zum Umfallen und nehme seitdem die Spirale draußen ist Folsäure. Zwischenzeitlich trinke ich auch mal keinen Klapperstorchtee, sondern nehme Vitaminpräparate ein, in denen die selben Kräuter wie im Tee enthalten sind. Ich bereite mich also gut vor. Aber der Wunsch bleibt aus. Ich vermute, dass ich einfach zu eingefahren bin. Ich bin so versteift auf den Wunsch nach einem weiteren Kind, dass mir jedes Mal die Tränen kommen, wenn meine Periode einsetzt.
Mein Mann bemerkt meinen Druck und nimmt mich in den Arm. Er erinnert mich immer wieder an unsere Absprache und dass ich sagte, dass dies okay sei. Dennoch bin ich jeden Monat aufs neue enttäuscht. ich wünsche es mir einfach so sehr…
Als weitere und ich glaube mit schwerwiegendster Faktor kommt mein Nachtdienst. Wir können eher selten in der „fruchtbaren Zeit“ mit einander intim werden da mein Dienstplan das beste Verhütungsmittel ist. Also bleibt mein Wunsch erst mal unerfüllt.
Das natürlich dieser Druck, den ich mir selbst mache auch eine sehr große Rolle spielt, dass sehe ich zu diesem Zeitpunkt nicht. (Aber wie man liest, reflektiere ich mich gerade selbst und dass finde ich sehr gut für mich 😉 )

Ich bin eine dusselige und grundlos eifersüchtige Kuh

Ich sehe, wie meine Patenkinder geboren werden. Natürlich freue ich mich mit den Mamis und dennoch versetzt es mir jedes Mal einen kleinen Stich. Das klingt jetzt wahrscheinlich undankbar und gemein, aber so war es. Ich bin sehr egoistisch, wenn ich das sage, aber ich kann nichts daran ändern. Dennoch beobachte ich die kleinen jedes Mal mit wildem Herzklopfen und finde es toll, wie prächtig sie sich entwickeln und wie groß sie bereits sind. Ich finde es wahnsinnig schön, dass ich ein teil in Ihrem Leben sein kann und bin dafür wirklich dankbar. Ich habe auch in der Blogosphäre verfolgt, wer von den Kolleginnen schwanger wurde und wer ein kleines Wunder zur Welt brachte. Auch hier wurde ich ein wenig eifersüchtig, weil mein Wunsch weiterhin unerfüllt blieb. Ich muss gestehen, dass ich mich für meine Gefühle schäme. Es tut mir leid, dass ich so gedacht und empfunden habe und wünschte, ich könnte es Rückgängig machen.

Ich will das so nicht mehr

Irgendwann habe ich die Nase gestrichen voll. Seit fast einem dreiviertel Jahr üben wir jetzt. Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich keine Kontrolle mehr will. Ich habe die Nase voll von den Ovulationstests. Den Klapperstorchtee kann ich nicht mehr sehen, geschweige denn trinken. Ich will keine Folsäure mehr schlucken und ich habe keinen bock mehr alles ganz genau zu protokollieren. Also schmeiße ich alles über Board und halte mich einfach an unsere Absprache. „Wir lassen es einfach auf uns zukommen“
Jetzt bin ich natürlich gespannt ob uns dieser Weg wohin führt. Ich freue mich jetzt einfach, dass mein Mann mit mir diesen Weg gehen möchte. Wenn es so kommt, dann ist es natürlich wunderbar und wenn nicht, dann muss ich das so akzeptieren. Immerhin habe ich zwei wundervolle Mädchen an meiner Hand und die beiden liebe ich abgöttisch.

Ein Kommentar bei „Wir gehen gemeinsam unserem Wunsch entgegen“

  1. Auf Twitter hatte ich was geschrieben, aber da hast du den Tweet gelöscht also nochmal hier: ich freue mich wirklich sehr sehr sehr für dich und hab pippi in den Augen😍 hatte ja schon heimlich den Verdacht dass du nicht arbeiten darfst Weil kein Nachtdienst mehr im wib war😂🙈 ich drück dir gaaaanz fest die Daumen ❤️ Liebe grüße

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