Ohne Hebamme – Blogparade – mein Vergleich zwischen Beleg- u. Klinik- Hebamme

Die liebe Alina von Liebling, ich Blogge-Jetzt! ruft zur Blogparade  „~Meine Geburtsgeschichte~ Hebammen wer braucht die schon? Wir!“ auf.

Sie möchte bezwecken, dass wir mal deutlich machen, warum Hebammen in unseren Augen so wichtig sind.

So begann dieser Artikel am 31.Oktober 2014.

Heute ruft meine liebe Perlenmama zur Blogparade #OhneHebamme auf.

Das wiederum zeigt nur zu deutlich, dass das Thema Hebamme und deren so unsagbar wichtige Arbeit in der Politik, augenscheinlich noch immer, nicht richtig gesehen wird. Daher werde ich meinen alten Artikel heute der aktuellen Blogparade anhängen, weil ich denke, dass er so wohl zur Blogparade von Alina passte, als auch heute zur Blogparade von Janina.

Wie sicherlich bekannt ist, wird es für die freiberuflichen Hebammen immer schwerer Ihrer Arbeit nachzukommen, da Ihnen immer mehr Steine in den Weg gelegt werden. Aktuell sogar von Seiten der Krankenkassen, die eine Beleghebamme als „Luxus“ bezeichnen.

Zweierlei Geburtsgeschichten

Ich habe gleich zwei Geburtsgeschichten, ich habe schließlich auch zwei Kinder 😉

Bei beiden habe ich andere Erfahrungen in Bezug auf Hebammen gemacht, weil ich bei meiner Großen eine, nein eigentlich gleich drei, „Klinik Hebammen“ und bei Mini eine „Beleghebamme“ hatte. Daher kann ich einen direkten vergleich aufstellen und möchte dies hier machen.

Die Geburt der GroßenMaus habe ich bereits einmal Verbloggt (klickt einfach auf den Link), hier werde ich dieses dennoch einmal wiederholen, mit dem Schwerpunkt: Hebamme

„Hebamme(n) aus der Klinik“ oder „der Standard“

Bei der GroßenMaus haben wir uns eine Hebammenpraxis gesucht, für den Vorbereitungskurs und für die Nachsorge. Im Krankenhaus hatten wir die Hebammen aus dem Kreissaal. Ja genau, Hebammen.

Der Vorbereitungskurs ging über mehrere Wochen. Mein Mann, damals noch Freund, und ich fanden Ihn sehr hilfreich, da es ja auch unsere erste Geburt war. Bei Mini haben wir diesen dann nicht mehr in Anspruch genommen. In den letzten Wochen vor der Entbindung habe ich in beiden Schwangerschaften durch die Hebamme Akkupunktur erhalten, damit sich der Muttermund zu öffnen beginnt und es eine erträglichere Geburt wird. Zumindest wurde mir das erzählt…ich lasse das mal unkommentiert im Raum stehen.

Als dann die Wehen bei der Großen einsetzten fuhren mein Mann und ich in die Klinik. Dort angekommen begrüßte mich die Diensthabende Hebamme der Nachtwache. (Hebamme Nr. 1) und schickte mich nochmal nach Hause, weil ich noch nicht so weit wäre. Keine 5 Stunden später und mit einem höchst unsicherem Gefühl, weil ich Angst hatte erneut einen „Fehlalarm“ zu machen, fuhren wir erneut in die Klinik und trafen erneut auf Hebamme Nr. 1, die mich nur abschätzig musterte (so empfand ich es zumindest). 

Im Kreisssaal angekommen, nachdem ein CTG und etwaige andere obligatorische Untersuchungen stattgefunden haben, begrüßte mich die Diensthabende Hebamme vom Frühdienst. (Hebamme Nr. 2)

Diese sah dann in regelmäßigen Abständen nach mir und vor allem meinem Muttermund. Die Abstände betrugen ca. 60 Minuten, wenn mein Mann sie nicht ab und zu eher holte. Ich fühlte mich bereits in den frühen Morgenstunden sehr alleine gelassen. Vor allem nachdem endlich die, erst sehr verhasste und dann total lieb gewonnene, PDA lag vermisste ich Hebamme Nr. 2 immer mehr.

Die Fruchtblase platzte dann zwar, aber der Muttermund war immer noch nicht weit genug eröffnet. Als dann die Übergabe von der Frühschicht zur Spätschicht vorüber war kam Hebamme Nr. 3. Diese war gelinde ausgedrückt ein „Oberst Feldmarschall“ und ich konnte sie vom ersten Anblick an nicht ausstehen. Die Antipathie hing wie eine graue Wand zwischen uns. Natürlich wollte die Große prompt bei Ihr raus kommen. Da hat sie so lange gewartet (ich war um 04:00 Uhr in der Klinik und um 13:35 Uhr war die Große dann da) und ausgerechnet bei Hebamme „Oberst Feldmarschall“ Nr. 3 kommt sie. Bei der Hebamme, die ich einfach nicht ausstehen konnte, bei der ich mich absolut unwohl, unsicher und unverstanden fühlte. Ich habe mich unter der Entbindung alles andere als wohl gefühlt. Die Hebamme vermittelte alles….außer Mitgefühl. Eine Geburt ist verdammt anstrengend und irgendwann schwinden die Kräfte. Aber Sie triezte mich immer weiter und das in einem Ton…. vom Feinsten!

Ich hatte eine schwere Entbindung bei der Großen, da bei mir die Presswehen komplett ausblieben und die Hebamme manuell mit drücken musste, als die Herztöne der Großen immer leiser wurden. Das Fruchtwasser verfärbte sich und zu guter Letzt musste ich noch unter Vollnarkose gelegt werden, da ich nach der Entbindung Blutungen hatte, die kein Arzt einordnen konnte.

In der Klinik selbst sah ich nach der Entbindung keine Hebamme mehr, als ich auf meinem Zimmer war. Leider hat mir auch niemand die Große angelegt und so wusste ich absolut nicht , wie das mit dem Stillen klappen sollte. Die Große machte auch nicht wirklich mit, als ich es selbst versuchte. Nachdem die Große bei den Schwestern war, damit ich etwas schlafen konnte haben diese dem Kind auch noch Milch zu gefüttert und damit war das Todesurteil in Bezug aufs Stillen ausgesprochen. Jetzt arbeitete das Kind nämlich gar nicht mehr mit und ich war absolut unglücklich, weil ich unbedingt stillen wollte.

Die Nachsorge ließ ich dann bei einer Hebamme aus der Hebammenpraxis machen, die bereits den Vorbereitungskurs mit uns gemacht hat. Sie kümmerte sich Liebevoll um die Große und mich und konnte mir alle Fragen beantworten. Bei Ihr fühlte ich mich Wohl. Sie versuchte auch mehrfachst die Große zum Stillen zu animieren und am Ende blieb mir nur das Abpumpen, damit das Kind überhaupt etwas Muttermilch bekam. Leider ging das auch nicht sehr lange, da meine Milch flott versiegte.

Unsere Große, ca. 7 Stunden nach der Geburt

„Meine Beleghebamme“ oder wie die Krankenkasse sagt, die „Luxus variante“ 

Bei Mini sah das ganze anders aus. Als Mini sich ankündigte machten wir uns sofort auf die Suche nach einer freien Beleghebamme. Ich wollte am liebsten eine haben, die nicht in der Klinik entband, in der die Große geboren wurde, weil meine Erfahrungen nun mal nicht so prickelnd waren. Ich habe ziemlich früh mit der Suche begonnen, ich glaube noch vor der 11 SSW.

Die Hebamme war mir beim ersten Anblick sympathisch. Sie kam in regelmäßigen Abständen vorbei und sah nach mir und dem Ungeborenen. Sie machte CTG’s und war für alle Fragen offen. Ich bekam von Ihr Akkupunktur im letzten Drittel der Schwangerschaft und sie zeigte mir Yoga Übungen, damit sich das Kind richtig herum dreht. Sie gab mir Tipps und befürwortete das Stillen. Sie kam mit vorschreiten der Schwangerschaft immer häufiger zu uns und hat mich dann auch im Kreisssaal begleitet.

Als es so weit war rief  mein Mann die Hebamme an, es war mitten in der Nacht, und sie war noch vor uns im Kreisssaal. Ich wollte eigentlich auch eine PDA bei Ihr haben, aber Mini hatte es so eilig, das dieses nicht mehr möglich war. Während der Entbindung habe ich nicht die ganze Zeit platt auf dem Rücken mit davon gespreizten Beinen liegen müssen, wie bei der Großen, sondern konnte meinem Bedürfnis nach dem Vierfüßler-stand nachgehen. Mir gab man sogar einen Gymnastikball, auf den ich mich stützen konnte und habe so Mini quasi in der Hocke zur Welt gebracht. Es war für mich sehr angenehm und ich war froh, dass meine Hebamme dabei war.

Mini wurde mir sofort angelegt, was ich als sehr schön empfunden habe. Nachdem mein Mann Mini gebadet hat und schon ein wenig kuscheln durfte war ich an der Reihe mit dem knuddeln und herzen.

Ich bin auch bei dieser Geburt noch eine Nacht im Krankenhaus geblieben, auch wenn es nicht nötig gewesen wäre. Es gab keine Komplikationen. In der Nach holte mich die Schwester zum Stillen und erklärte mir dieses auch nochmal in aller Ruhe. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und war froh, dass alles so gut geklappt hat.

Als wir zu Hause waren kam meine Hebamme in regelmäßigen Abständen zur Nachsorge. Sie war weiterhin sehr freundlich und bezog sogar die Große mit in die Pflege von Mini mit ein und erklärte der Großen ganz genau, was sie mit Ihrer kleinen Schwester macht.

Mein Fazit

Als Fazit ziehe ich für mich, wenn ich beide Schwangerschaften und die damit verbundenen Hebammen vergleiche, dass ich jederzeit wieder eine freie Hebamme nehmen würde. Ich empfehle dieses auch jeden, der mich fragt. Natürlich kostet die Bereitschaft um den Entbindungstermin extra, da dies die Krankenkasse, meistens, nicht übernimmt, aber das ist es mir alle mal Wert. Ich war bei meiner Hebamme nicht alleine im Kreisssaal und habe mich auch nicht allein gelassen Gefühlt. Ich hatte die Möglichkeit der freien Wahl und konnte die Hebamme kennen lernen. Wenn diese mir unsympathisch gewesen wäre, hätte ich garantiert eine andere gewählt. Ich bin sehr froh, dass es freie Hebammen gibt und hoffe, dass uns diese auch weiterhin erhalten bleiben! Freie Hebammen sind meiner Meinung nach wichtig und ich wünsche mir, dass es Ihnen nicht noch schwerer gemacht wird Ihren Traumberuf auszuüben. Die Angestellten Hebammen im Kreißsaal machen natürlich auch gute Arbeit und holen die Babys mit bestem Wissen auf die Welt, nur leider ist das Verhältnis , welche eine freie Hebamme bereits mehrerer Monate lang aufgebaut hat, nicht das selbe. Wie auch?

Das waren meine Geburtsgeschichten.

Wenn Ihr mehr lesen wollt, dann seht bei Alina und auch bei Janina vorbei,

sie sammeln und sammelten die Geburtsgeschichten auf Ihren Blogs und veröffentlichen diese dort.

Vielleicht habt Ihr ja auch Lust eure Geschichte zu schreiben und zu teilen unter dem aktuellen Hashtag #OhneHebamme


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