Ein Blog ist arbeit- Das Leid mit Kooperationen

Zack! Nun sitze ich hier. Getroffen von gleich mehreren Tiefschlägen. Langsam kommen die kleinen Stimmen. Die kleinen Zweifel. Mach ich auch alles richtig? Warum läuft dann nichts mehr so, wie in meiner Wunschvorstellung? War es denn wirklich eine Wunschvorstellung? Ich liebe meinen Blog! Ich liebe das niederschreiben meiner Gedanken. Ich habe das Gefühl, dass ich tatsächlich Menschen anspreche. Ich habe das Gefühl, dass ich gleichgesinnte finde oder Menschen, die wirklich gerne bei mir lesen.

Die Anfänge 

Ich habe „erst“ vor drei Jahren mit dem bloggen begonnen. Das bloggen ist ein Hobby, Nein mehr noch, eine Leidenschaft. Meine ersten Artikel hat kaum jemand gelesen (Der erste Artikel erschien am 19.03.2014). Aber es war mir egal. Ich habe mich langsam an die Bloggerwelt herangetastet. Ich lernte andere Blogger virtuell durch Ihre Blogs kennen und tauchte ein in die Bloggosphäre, ganz langsam.

Sozial Media – kann das was?

Ursprünglich schrieb ich noch für mich. Schrieb meine Erlebnisse auf. Ich katapultierte mich in die Vergangenheit um erlebtes nieder zu schreiben. Ich wollte, dass bestimmte Erinnerungen irgendwo festgehalten werden. Ich wollte, dass meine Kinder irgendwann diesen Blog lesen und mit mir gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Dann bekam ich wiederkehrende Leser. Ich erhielt hier und da Feedback. Ich richtete eine Seite auf facebook ein und begann langsam zu zwitschern. Ich tauchte immer tiefer in die Welt der Blogger ein und merkte, dass ich Feedback bekomme. Mir wurde immer deutlicher, wie wichtig die Pflege von „Sozial Media Kanälen“ ist und dass man auch darüber potentielle Leser erreicht.

Bloggertreffen

Ich ging auf mein erstes Bloggertreffen (es war Wuptikka). Ich lernte die Menschen hinter den Blogs, die ich verfolge kennen und noch mehr Blogger, die mir bis dahin unbekannt waren. Ich merkte, dass wir Familienblogger eine kleine Community sind, die man als familiär bezeichnen kann. Man war ein recht überschaubarer Haufen unterschiedlichster Charaktere mit unterschiedlichsten Ansätzen der Erziehung, mit unterschiedlichen Lebenswegen und dennoch mit einer Gemeinsamkeit. Ich fühle mich hier Wohl. Hier in der Nische der s.g. Familienblogger.

Dann kamen noch ein paar weitere Bloggertreffen, zu Bloggerkonferenzen habe ich es aus dienstlichen Gründen nie geschafft. Ich lernte immer mehr Blogger kennen und fuchste mich weiter in meinen Blog rein. Ich las mich in die Thematik WordPress ein und irgendwann keimte die Idee von WordPress.com zu WordPress.org zu wechseln und „selfhosting“ zu betreiben. Aber das war eine Idee, die ich im Stillen für mich hegte.

Die ersten Kooperationsanfragen

Langsam flatterte die ein oder andere Kooperationsanfrage in mein Mail Postfach und ich entschied mich diese anzunehmen. Da kamen mal ein paar Rezensionen und ich fand Spass daran. Natürlich musste jetzt auch schnell ein Kleingewerbe angemeldet werden und so wurde auch die Idee des selbständigen verwalten des Blogs immer größer. Einige meiner werten Kollegen bauten auch zu der Zeit gerade auf „selfhosting“ um und ich holte mir Ratschläge. Sehr schön und auch angenehm war es, dass auch meine liebe Freundin Janina ihre Perlenwelt umsatteln wollte. Also waren wir zu zweit und nahmen mit und mit das Thema „Blogumzug“ in Angriff. Im Dezember 2016 war es dann so weit. Die Kooperationen liefen zuvor stetig an und ich traute mich den großen Schritt zu gehen. Schließlich heißt es, dass man bei potentiellen Kooperationspartner mit einer eigenen Domain immer besser aussieht. Da es ja jetzt lief, war das, wie ich fand, eine spitzen Voraussetzung.

Der Blog zieht um 

Jetzt ist es aber so, das der Umzug des Blogs zwar relativ reibungslos über die Bühne ging, aber leider einige Leser auf der Strecke blieben. Das ist einfach so, weil man nicht alle mit nehmen kann. Ich habe eine Weiterleitung von der alten Adresse auf die neue gepackt und hoffte so, dass die verschollenen Leser zurück finden. Es kam leider anders.

Also in die Hände gespuckt und auf die Tasten gehauen. Bloggen was das Zeug hält. Ich habe mir vorgenommen drei Artikel die Woche online zu stellen und das klappt soweit ganz gut. Dennoch bleiben leider viele Leser aus. Die Absprungrate war zu Beginn sehr hoch, ist aber deutlich gesunken, um die 25%. Was echt gut ist. Dennoch kämpfe ich um jeden „follower“.

Was hat sich verändert?

Kooperationsanfragen von Firmen bleiben jetzt komplett aus. Also gehe ich selbst auf die Suche, schreibe potentielle Kooperationspartner individuell an und … bekomme laufend Absagen. Mein Blog sei zu klein und man möchte lieber mit den großen zusammenarbeiten. 

Okay. Das reißt mich zwar runter aber ändern kann ich es, erst mal, nicht. Dafür kommen Anfragen von Firmen usw. ob ich für Sie, ohne Bezahlung, über ein Thema blogge. Am besten noch mit „DoFollow“ links. Das die Artikel, Produkte, Bücher, Firmen, Start-Ups absolut nicht zum Blog passen, erwähne ich jetzt mal nur am Rande. Das ist ein absolutes no-go. Ich hab ein Media Kit und wenn man mich anfragt, dann denke ich als Blogger doch, dass man sich meinen Blog oder zumindest mein Media Kit mal angesehen hat. Dann weiß man in der Regel, ob das passen könnte oder nicht. 

Ich stecke Arbeit in meine Artikel und recherchiere. Ich schreibe und überarbeite. Natürlich bin ich nicht perfekt und auch der Fehler- Fuchs schleicht sich mal ein,  dennoch steckt viel Mühe in jedem einzelnen Artikel. Das Thema, über welches ich schreibe, sollte zudem einfach zu mir und meinem Blog passen. Ich schreibe garantiert nicht über z.B. irgendwelche Elektrobaukästen oder Handys o.ä. Das passt weder zu mir, noch zu meinem Blog und ich schreibe nicht über etwas, hinter dem ich nicht stehe. Ich möchte meine Meinung ehrlich vertreten und möchte, dass auch meine Leser nicht betrogen werden, weil ich irgendetwas daher schwafel. 

Ich würde mir selbst nicht treu bleiben, wenn ich so etwas machen würde. Und ich stehe für meine Treue gegenüber mir, meiner Familie und dem Blog und somit jedem einzelnem Leser.

Ist das fair?

Daher bleiben Kooperationen zur Zeit aus. Entweder weil der Blog nicht die Größe hat, wie es die potentiellen Kooperationspartner gerne hätten oder weil ich nicht für irgendetwas werbe, hinter dem ich nicht zu 100% stehe. Außerdem möchte ich mich nicht unter Wert verkaufen. Jeder Artikel braucht Zeit. Jeder Blogger steckt Mühe und Arbeit in seine Artikel und das muss belohnt/ entlohnt werden. Mit einem einfachen Danke ist es häufig nicht getan. Die Kooperationspartner erwarten schließlich einen Mehrwert für ihr Produkt. Sie erhoffen, dass es gekauft wird, weil man drüber geredet hat. Sie möchten, dass man Artikel verbreitet um das Produkt zu präsentieren. Warum soll dann, auch der aller kleinste Blogger, nichts für seine Arbeit bekommen? Ob es jetzt eine finanzielle Vergütung ist, oder ein Produkt welches man erhält und ein weiteres, was man seinen Lesern z.B. in einer Verlosung als Mehrwert für Sie anpreist, das ist jedem Unternehmen selbst überlassen. Dafür gibt es schließlich Verhandlungsspielräume. Aber zu erwarten, dass man als Blogger alles „einfach mal so“ macht und sich dann auch noch bei dem Kooperationspartner für die unbezahlte Arbeit bedankt, das ist mir schlichtweg unbegreiflich.

Und ich mache weiter!

Ich werde weiter bloggen und weiter auf meine Stammleser bauen. Ich freue mich über Feedbacks und hoffe, dass ich weiter wachsen werde. Ich weiß, dass ich einen langen Weg vor mir habe, aber vieleicht gibt es ja irgendwann wieder einen Kooperationspartner, der mit mir zusammenarbeiten möchte. Egal wie groß oder klein man ist, weil man weiß, dass man ein ehrliches Feedback, eine ehrliche Meinung/ Beurteilung bekommt.

5 Replies to “Ein Blog ist arbeit- Das Leid mit Kooperationen”

  1. Huhu Katha, setzt dich nicht so unter Druck. Die Leser kommen zurück. Naja und was die Kooperationen angeht… ich habe auch nur ein paar wenige, die selbst auf mich zukamen. Wenn ich mal selbst geschrieben habe, kam
    meist keine Antwort, wobei das auch an einer falschen Email Adresse liegen kann. (Wollte zB nur von einem Zoo wissen ob ich die da gemachten auf dem Blog verwenden darf, doch es kam nie ne Antwort.) Manchmal ist es leider so, dass die Firmen nicht wollen, weil man zu klein ist… hast du mal so was wie Trusted blogs oder so probiert? Ich finde es ist irgendwie Sinnfrei wenn andere Blogs dofollow bieten und für ganz wenig Geld. Liebe grüße

  2. Hallo Katha,
    lass den Kopf nicht hängen. Dass jetzt Besucher ausbleiben, kann tatsächlich mit deinem Blogumzug zusammenhängen. Vielleicht wurdest du vorher bei Google besser gelistet, hattest höhere Rankings und so konnten dich mehr Besucher finden. Ermittle mal, woher deine Besucher kommen. Dafür gibt es gute Plugins, die dir das anzeigen, ein Beispiel wäre Jetpack. Kommen deine Besucher über die Suchmaschine, dann ist SEO ein Thema für dich, kommen sie mehr über Facebook oder Twitter, dann sei da ruhig aktiver und präsenter.
    Auch Google muss erst erkennen, dass dein Blog umgezogen ist und das kann durchaus ein bisschen dauern.
    Ich hatte das Problem, als ich mein Theme gewechselt und sich dadurch auch die Struktur des Blog verändert hat. Das hat Google so verwirrt, dass ich erstmal gar nicht mehr in den Suchergebnissen aufgetaucht bin. Inzwischen haben die Bots aber erkannt, dass die neue Struktur viel sinnvoller und einfacher ist und siehe da, ich habe mehr Besucher als jemals zu vor. Solche Änderungen wirken sich oft erstmal nachteilig aus, haben aber langfristig einen deutlich positiven Effekt. Hier ist Geduld und Ausdauer gefragt.
    Und wenn das erledigt ist, kommen auch wieder die Kooperationsanfragen, ganz sicher 😉

    Viele Grüße von einer, die das auch durch hat 😉

    Janina

  3. Oh weh, genau deshalb ziehe ich nicht um, das ist so ein Trend den ich nicht mitmache. Auch wenn mein Blogger nicht alles kann und ich keine De-Adresse habe finden mich meine Leser schon.
    Ich bin viel zu wenig begabt und habe keine Lust und Zeit mich mit Programierung und Design auseinander zu setzen. Manchmal sind meine Zahlen okay, manchmal nicht, nur verkaufen und verbiegen finde ich blöd, das werde ich nie und ich lese hier mit und bleibe dir treu

  4. Vielen Dank, dass du darüber sprichst! Das macht Mut!

  5. Hallo Katha
    ich habe mich auch durchgekämpft bis jetzt, da ich keine Ahnung vom Bloggen, Technik hatte .
    Spass macht es mir trotzdem und ich denke immer ,wow wie machen das die Anderen. Mich hat noch nie jemand gefragt etwas zu bewerten oder zu empfehlen. Macht aber nichts. Ich schreibe und denke irgendwann sind mehr Stammleser und man wir sehen. Da hat sich ja einiges geändert. Ich lese erst seit Anfang 2015 Blogs. Einfach dranbleiben.
    Liebe Grüße Gabi

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