Andere Schlafgewohnheiten sollten kein Grund sein um sein Kind zu verteildigen. Unsere Mischung aus Ehe- u. Familienbett

Wie man sich bettet, so schläft man. So sagt es zumindest ein altes Sprichwort.

Ja, ich bin mal wieder im alt bekannten und immer mal wieder erwähnten „So schlafen die Mädchen“, Familienbett pro oder contra… Du kennst das.  Die Schlafgewohnheiten meiner Kinder sind aber immer mal wieder Thema in unserem Leben. Ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich mein, unser und das Verhalten der Kinder rechtfertigen muss. Leider bin ich es langsam Leid und daher gibt es mal wieder einen Artikel dazu. Ich bin nämlich ein wenig traurig, sauer enttäuscht….

Die Inspiration zu diesem Artikel hab ich zum ein wenn von Kind und Studium und aus einer Situation in unserer Familie.

Die Schlafgewohnheiten meiner Kinder sind absolut unterschiedlich. Dass die beiden Geschwister sind, sieht man Ihnen an und auch in so manchen Situationen sieht man es an Ihrem verhalten. Aber nicht was das Schlafen der Mädchen an geht.

Meine Große ist in Sachen Schlafgewohnheiten wirklich sehr „unproblematisch“, wie so manch einer, insbesondere aus unserer Familie, sagt. Die Große hat früher in Ihrer Wiege neben dem Ehebett geschlafen. Wurde nachts gefüttert und schlief dann weiter, in Ihrem Bett. Sie hat sich etwas über ein Jahr mit uns das Schlafzimmer geteilt und wollte nur bei uns im Bett schlafen, wenn sie krank war und das ist auch noch bis heute so. Wenn das große Mädchen zu uns ins Bett krabbelt und dies zur nächtlichen Zeit macht, dann brütet sie etwas aus. Sonst schläft sie in Ihrem Bett. Abends hat sie Ihr festes Ritual. Sie hört mit zu, wenn ich der kleinen Dame etwas vorlese oder ließt Ihr selbst vor. Sie kuschelt noch einen kleinen Moment mit mir und Ihrer Schwester und geht dann in ihr Zimmer. Dort spielt oder liest sie noch eine halbe Stunde und dann wird Ihr Hörspiel angemacht. Dieses darf sie dann im Bett hören und in der Regel schläft sie darüber ein.   Wenn ich in meinem Nachtdinstblock bin, dass steht sie immer noch winkend am Fenster, wenn ich fahre und wartet darauf, dass ich zum Abschied die Warnblinker anmache.  Also absolut alles völlig unspektakulär.

Bei meiner kleinen Dame, unserer Mini, sieht es da ganz anders aus. Das ist auch dieses Gesprächsthema, welches immer wieder auf den Tisch kommt…. Ich kann es nur leider nicht mehr hören und ich will mich nicht immer rechtfertigen und erklären müssen. Nur so viel:“Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus und jeder Mensch hat seine Bedürfnisse, so auch mein kleines Mädchen. Gebt Ihr Zeit und dann ist gut!“ 

Aber von Beginn an.  Mini hatte ein Beistellbett an unserem Bett und nicht eine Wiege, wie ihre Schwester. Auch Mini verbrachte etwas über ein Jahr mit bei uns im Schlafzimmer. Der Unterschied in dem ersten Jahr der Mädels bestand also zum einen an dem, worin schlafen sie und auch ganz wichtig, Mini wurde gestillt und bekam später Muttermilch mit der Flasche, weil ich abgepumpt habe, während ich bei der Großen einfach keine Milch hatte und Ihr Milchpulver geben musste. Bei der Großen gab es also nicht diese innige Stillbeziehung.

Unser Ehe-Familienbett

Nach diesem ersten Jahr der Mädchen, bezog die Große damals Ihr eigenes Zimmer. Ganz freiwillig muss ich dazu sagen. Sie lebte dort 3 Jahre alleine. Als Mini jetzt groß genug war, wollte sie auch ins Kinderzimmer ziehen. Zu der Zeit gab es bei uns genau ein Zimmer, also teilten sich die Mädchen ein Zimmer. So musste die Große mit 4 Jahren Ihr eigenes kleines Reich „aufgeben“ und es sich mit Ihrer kleinen Schwester teilen. Das war aber eigentlich nicht weiter das Problem. Die kleine war über glücklich mit Ihrer großen Schwester ein Zimmer zu haben und die Große arrangierte sich Ihrerseits. Ich glaube, dass sie die darauf folgenden knappen 4 Jahre genossen hat. Nach beinahe 4 Jahren hatten wir nämlich endlich die Möglichkeit, dass mini Ihr eigenes Zimmer bekam. Dies wurde langsam auch notwendig, weil aus der großen ein dezentes Pubertier wurde und sie immer mehr ihre Ruhe forderte. Mini freute sich zu Beginn… und dann nicht mehr. Sie begann immer häufiger zu mir ins Bett zu krabbeln. Sie verstand die Situation nicht, dass sie jetzt alleine in einem Zimmer schlafen sollte. Sie schlief und schläft bis heute immer in Ihrem eigenen Bett ein, aber irgendwann kommt sie zu uns. Mal ist es bereits um 23 Uhr, mal erst um 04Uhr, aber fest steht, dass sie in der Regel immer kommt. Ganz selten schläft sie in Ihrem Bett komplett durch. Es gab Zeiten, da hat mich und vor allem meinen Mann das unglaublich geärgert und wir haben alles Mögliche versucht um mein kleines Mädchen, dazu zu bekommen, dass sie in Ihrem Bett bleibt (ich erzählte). Da müssen irgendwann diese Situationen kommen, in dem ein kleines Kind von 3 bis 4 Jahren vor einem steht, mit seinen großen Augen und dir versucht zu erklären, warum es Ihr nicht gut damit geht. Nachdem ich endlich verstanden habe, macht es mir nicht mehr viel aus. Wir arrangieren uns damit. Mein Mädchen braucht das gemeinsame schlafen von und bis zu einem bestimmten Punkt. Sie braucht das Gefühl der Geborgenheit und dann haben wir halt immer ab einer bestimmten Zeit kein Ehebett mehr, sondern ein Familienbett und die Zeit, wann aus dem Ehebett ein Familienbett wird bestimmt alleine mein kleines Mädchen. Irgendwann wird sie das nicht mehr einfordern und wird in Ihrem Bett bleiben. Aber ich bin mittlerweile so weit, dass ich verstanden habe, dass mein kleines Mädchen diesen Zeitpunkt bestimmt. Ich habe keine Lust mehr mit Ihr zu diskutieren und mich danach schlecht zu fühlen, wenn ich oder mein Mann Ihr das gemeinsame schlafen verweigert haben. Mir geht es damit nämlich auch unglaublich schlecht, wenn ich mein Baby leiden sehe.

Mein glücklich schlafendes Kind

Mein Mann und ich haben von unserem kleinen Mädchen gelernt. Wir haben Ihren Wunsch akzeptiert und unterstützen diesen jetzt auch.

Leider sind nicht alle Menschen in unserem Umfeld so verständnisvoll gegenüber meinem kleinen Mädchen, wie wir und verstehen auch nicht, dass wir Ihre Wünsche akzeptieren. Sie wollen, können, möchten das kleine Kind einfach nicht verstehen. Wenn sie da mit mir dann drüber diskutieren bin ich es zwar irgendwann Leid, aber ich rede immer weiter in der Hoffnung, dass es irgendwann verstanden wird. Ja wir leben das Prinzip halb Ehe-/ halb Familienbett. Uns geht es gut damit! Wenn man dann aber mit meinem Kind das Thema Schlafgewohnheit bereden will und Ihr einreden möchte, dass sie in Ihrem Bett schlafen soll, weil das große Mädchen machen, dann koche ich innerlich! Sie hat die Entscheidungsfreiheit zu schlafen wo sie möchte. Das hat sie sich mühsam bei Ihren Eltern, also uns, erkämpft. Sie muss sich nicht einreden lassen, dass sie klein ist und nicht groß wird, nur weil es nicht ins Weltbild mancher Menschen passt, wenn man das Prinzip eines Familienbetts lebt. Ich kann mich gerne mit diesen Menschen auseinander setzen, aber ich möchte nicht, dass mein Baby da mit herein gezogen wird. Ich finde es vor allem nicht schön, wenn solche Bemerkungen aus dem engen Kreise der Familie kommen… Ich hoffe, dass diese Menschen das Thema irgendwann aufgeben, sonst garantiere ich für einen meiner berüchtigten Wutausbrüche. Ich verteidige nämlich meine Mädchen wie eine Löwenmama.

Zurück in ein gemeinsames Kinderzimmer für die beiden Mädels wird es nicht gehen, weil die Große unglaublich glücklich ist mit Ihrem eigenem kleinen Reich und das möchte ich für sie beibehalten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass meine Große glücklich und zufrieden damit ist, dass sie in Ihrem Bett in ihrem eigenem Zimmer schlafen kann und darf. Die Mini hingegen ist glücklich damit, wenn sie weiß, dass sie immer und jederzeit bei Mama und Papa im Familienbett willkommen ist und dass nutzt sie auch, so wie sie es braucht. Ich bin überzeugt davon, dass sie irgendwann von selbst sagen wird, jetzt brauche ich diese Art von Geborgenheit nicht mehr und dann wird sie in Ihrem bett alleine und vor allem glücklich schlafen können.

10 Replies to “Andere Schlafgewohnheiten sollten kein Grund sein um sein Kind zu verteildigen. Unsere Mischung aus Ehe- u. Familienbett”

  1. Hallo, ich kann Dich so gut verstehen. Ich finde, ihr macht das genau richtig. Und ich bin auch ein wenig erstaunt, dass man das als Eltern heutzutage noch rechtfertigen muss. 🙂

    Mir hat meine kluge Hebamme einmal gesagt, spätestens, wenn sie ihren ersten Freund/Freundin mit nach Hause bringen, will keiner mehr ins Elternbett. Ha.
    Und genauso, sehe ich das auch.

    Bei uns ist es im Moment so, dass die beiden Großen (8 und 5 Jahre) zusammen in einem Zimmer schlafen und die Jüngste (2 Jahre) noch bei uns. Alle Kinder haben von Geburt an bis ungefähr zum dritten Lebensjahr bei uns im Elternbett oder im angebauten Gitterbett geschlafen. Seitdem nun also unser drittes Kind da ist, schlafen die beiden Großen zusammen in einem Zimmer. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass sie das nur tun, weil sie zusammen sind. 🙂 Solange der Mittlere noch bei uns schlief, war auch die Älteste bei uns im Elternbett. Sie schlief meistens abends im eigenen Bett ein und wanderte dann im Laufe der Nacht zu uns.
    Jetzt schlafen die beiden Älteren oft durch, aber genauso oft wandern sie auch noch zu uns ins Elternbett. Oft zieht dann einer von uns Erwachsenen in eines der frei gewordenen Kinderbetten um. Bei uns gibt es also ganz oft „Nachtwanderungen“. Und deshalb haben wir seit einem Jahr ein neues Bett mit den Maßen 2×2 Meter, damit jederzeit alle hineinpassen. Denn unsere Kinder kommen nachts sowieso und wer will das zwischen zwei Schlafphasen dann diskutieren? Ich nicht.

    Wir lassen das also ohne Diskussion zu, denn wir wissen, das ändert sich auch ganz schnell wieder und dann werden wir es vermissen. 🙂

    Freunde von uns haben „nur“ ein Kind. Und auch da ist es noch ganz unterschiedlich, ob sie alleine schlafen will oder nicht. Aber das ist erst seit kurzem so. Bis sie 8 Jahre war schlief sie ausnahmslos im Elternbett.

    Ich finde diese und alle anderen Konstellationen völlig in Ordnung. Wenn alle damit zufrieden sind, warum nicht? 🙂
    Sei ganz lieb gegrüßt, Martamam

    1. Vielen lieben dank für deine Worte.
      Ich finde es schön zu hören, dass man Zuspruch bekommt, wie wir es Handhaben. Und es ist toll zu lesen, dass es bei euch ähnlich läuft. Wer, wie, was für richtig hält und es wie lebt, sollte einfach akzeptiert und hingenommen werden. Es sollte einfach okay sein.
      Mir ist mittlerweile auch bewusst, dass die kleine irgendwann komplett in ihrem Bett bleiben wird. Ich finde, dass jedes Kind das für sich individuell entscheiden können sollte. Und jede Familie sollte für sich denn Weg gehen, den sie gehen möchte. Ich hoffe nur, dass irgendwann diese blöden Seiten Hiebe von außen aufhören.
      Vielen dank nochmal für deinen Kommentar

  2. Die Sache mit der Akzeptanz ist so viel wert! ☀️

    1. Oh ja! Und es ist ein gegenseitiges lernen

  3. […] Ellas Blog: Schlaf, Kindlein, schlaf – Autismus und Melatonin Familiendinge: Familienbett oder Hauptsache schlafen Lalemie: Bitte schlaf doch endlich! Mamas Mäuse: Andere Schlafgewohnheiten sollten kein Grund sein um sein Kind zu verteildigen. Unsere Mischung aus … […]

  4. Oh, dieses Thema kenne ich und ich finde diese Einmischung von außen ebenfalls vollkommen daneben! Mir ist meine Kleine am wichtigsten und ich werde so handeln, wie es für sie das beste ist.
    Liebe Grüße, Becky

    1. Das ist die richtige Einstellung!
      Danke für dein Feedback!
      Ich hoffe, dass sich die Einstellung bzgl. der Einmischung irgendwann mal ändert!

      1. Sehr gern, ich danke dir auch für deinen Artikel, denn es hilft ja schon irgendwie, wenn man weiß, dass man nicht allein ist. 🙂
        Ja, ich hoffe, das bessert sich mal, aber ich befürchte, dass es eher nicht eintreten wird…

  5. Ach ja. Die lieb gemeinten Kommentare der besorgten Familienangehörigen oder Freunden. Immer wieder nett. *Ironi aus*
    Mensch, wie oft darf ich das jetzt schon in den, fast, 3 Jahren hören seit Zwergnase bei uns ist. „Ihr könnt doch nicht…“ „Warum macht ihr so was?!“ „Er tanzt euch auf der Nase herum“ und das dollste „er ist zu verwöhnt“. Beim letzten Satz frage ich mich dann: Man kann Kinder echt durch zu viel Liebe und Geborgenheit verwöhnen?! Na gut wenn DIE dann meinen….
    Eine Freundin von mir meint eh mir einreden zu müssen, das ich alles falsch mache. „Du kannst den Jungen doch nicht die Eiskönigin gucken lassen!“ „Was? Er hat Olaf als Kuscheltier?“ Wie, er kann noch nicht lesen!?“ (Zwerge wird im Januar erst 5!, er kann seinen Namen schreiben und schon etwas die Uhr lesen, die Zahlen von 0 bis 9 bekommt er auch hin, zählen bis 25 und rechnen bis 10, das sollte reichen) Mir schwillt echt der Kamm wenn ich solche Kommentare zu hören bekomme.
    Ja! Zwergnase schläft meist in unserem Familienbett, welches wir vor ein paar Monaten extra „gebaut“ haben und dann meist noch auf meinem Bauch. Und das mit fast 5. Egal! ER braucht das und alleine ER ist wichtig, nachdem er so viel Mist erleben musste in seinen jungen Jahren. Und was soll ich sagen, das Jugendamt, das uns regelmäßig Besuche abstattet, unsere Eltern und der Kinderarzt sagen: Alles richtig!
    Ich für meinen Teil versuche solche Diskussionen mittlerweile aus dem Weg zu gehen, denn auch ich bin dann immer ganz, ganz nah an einer Explosion. Mein Mann sagt immer: Dreh dich um, man kann die Atompilze in deinen Augen schon sehen…. Er hat vermutlich recht.
    Liebe Grüsse, und Ihr macht es absolut richtig!
    Lys

    1. Danke meine Liebe! Es tut unglaublich gut deine Worte zu lesen. Ich sauge solch positives Feedback zur zeit echt auf und freu mich, wenn ich nicht alleine da steh. ich hab den Bau eures Familienbettes verfolgt und fand es wirklich toll! Ich bin da auch total bei euch und lasse dir nicht so viel von deiner Freundin einreden.
      Soll ich dir mal was sagen, meine kleine, die im Mai 5 wird, kann zwar locker flockig zählen bis 30 und die Zahlen bis 10 erkennen, aber Ihren Namen schreiben? Fehlanzeige. Da hat sie kein Interesse dran. Ich denke, dass legt sich, wenn sie in die Gruppe der Vorschulkinder kommt, aber ich weiß es nicht. Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse und wenn deine Freundin das nicht versteht, tut sie mir leid. Hier ist übrigend auch ein Olaf Kuscheltier und ich finde das der Film „Eiskönigin“ Geschlechter neutral ist.
      LG Katha

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