Von der Schnullerfee und Kuschelkatze

In die Zeitmaschine gesetzt und schwupp es ist 2010.

Es ist an der Zeit, dass die berühmt berüchtigte Schnullerfee kommt.

Die Große ist mittlerweile 2 Jahre alt. Sie ist mit 5 Monaten in die Kita gekommen, sie konnte mit einem Jahr schon vorzüglich laufen, redet wie ein Wasserfall und liebt es Bücher vorgelesen zu bekommen.

Den Schnuller braucht sie in der Kita nicht mehr und hier zu Hause nur noch zum schlafen. Mir ist vor kurzem dieses Buch über die Schnullerfee in die Hände gefallen und ich denke, so langsam könnte man das entwöhnen angehen.

Das Buch ist richtig nett geschrieben. Es handelt von einem Mädchen, das schon relativ groß ist, aber noch immer den Schnuller braucht. Eines Nachts bekommt sie Besuch von der Schnullerfee und diese erzählt Ihr, dass Sie gerne Ihren Schnuller haben würde. Als Gegenleistung dürfe sich das Mädchen ein Geschenk wünschen. Das Mädchen überlegt sich am nächsten Tag, dass sie einen Teddy haben möchte und erzählt das der Mama. In der nächsten Nacht kommt die Schnullerfee erneut und Tauscht den Schnuller gegen einen Teddy und ab dann braucht das Mädchen keinen Schnuller mehr. Sie wird von allen als großes Mädchen bezeichnet und fühlt sich stolz damit.

Die große Maus erzählt mir immer wieder wie groß sie sei. Also geht es jetzt los. Ich beginne Phase eins der Schnuller Entwöhnung.

Ich beginne damit der großen Maus zu erklären, dass große Kinder keinen Schnuller mehr brauchen… Ihr gefällt dies gar nicht. Na gut, damit habe ich ja gerechnet. Wer will schon einen geliebten Freund einfach so aufgeben? Klar, der Schnuller begleitet Sie schon Ihr ganzes Leben. Er ist immer da. Er tröstet sie und wenn sie Ihn ganz Doll schnullert dann hat er eine beruhigende Wirkung.

Ich fange an Ihr abends das Buch von der Schnullerfee vorzulesen. Und siehe da, Ihr gefällt es. Sie will es regelmäßig hören. Hinzu kommen die Gespräche über das groß werden. Ich merke am Ausdruck im Gesicht meiner großen, dass sie beginnt darüber Nachzudenken. Sie nimmt immer wieder Ihren Schnuller zur Hand und betrachtet Ihn nachdenklich.

Eines Morgens packt sie Ihren Schnuller in die Kita-Tasche und sagt mir, wenn die Schnullerfee kommt, dann möchte sie eine Kuschelkatze von ihr haben. Ich glaube erst meine Ohren täuschen sich, aber okay. Sie wünscht sich also eine Katze.

Ich bringe die Maus zur Kita und nehme Phase zwei in Angriff.

Kauft mal eine Kuschelkatze, wenn Ihr sie wirklich dringend braucht. Schrecklich!

Es gibt Teddys, Hunde, Meerschweinchen Hasen, aber Katzen? Absolute Mangelware! Ich renne von einem Spielzeuggeschäft zum Nächsten. Suche jede erdenkliche Spielzeugwahrenabteilung auf die ich kenne, aber nirgends gibt es eine Katze… Es ist die absolute Katastrophe. Nach einer Woche habe ich sie gefunden. Endlich.

Phase drei beginnt. Die große und ich suchen alle Schnuller zusammen, die wir haben. Mensch was hat die Maus viele Geheimverstecke im Kinderzimmer. Irgendwann haben wir dann endlich alle beisammen. Der letzte Abend mit Schnuller fängt an. Die große macht ein richtiges Fest mit dem geliebten Schnuller. Sie erzählt im Bett Ihrem Schnuller, dass dies die letzte Nacht mit Ihr sei und Er morgen mit seinen Schnuller Freunden zur Schnullerfee geht. Sie berichtet Ihm, dass sie jetzt ein großes Kind wird und wirkt richtig stolz. Ich habe das Gefühl, Sie genießt Ihre letzte Nacht mit Schnuller. Am Morgen kommt Sie ins Schlafzimmer gestürmt und weckt mich, indem sie auf das Bett hüpft.

Phase vier, die Schnullerfee kommt.

Wir zwei nehmen alle Ihre Schnuller und legen sie in einen besonders schönen Suppenteller. Dann gehen wir zum Balkon und stellen den Schnuller-Teller nach draußen. Ich erkläre Ihr, dass sich die Schnullerfee nicht gerne zeigt und wir Ihr den Weg erleichtern, wenn wir die Schnuller nach draußen stellen. Dann geht es los zur Kita. Als ich wieder Heim komme, nehme ich den Teller und räume alle Schnuller, bis auf einen, in den Müll. Die Mülltüte bringe ich auch direkt nach draußen.

Oh, man… ob es wirklich richtig ist? Jetzt beginne ich langsam zu zweifeln… Ich schnappe mir die lang gesuchte Kuschelkatze und verpacke sie feierlich in Geschenkpapier. Als ich die große Abhole rufe ich meine Freund an und gebe Ihm bescheid, als wir vor dem Haus angekommen sind. Er legt schnell das Geschenk auf den Balkon und unsere Große rast förmlich die Treppe zur Wohnung hinauf. Sie bekommt riesen Augen, als sie das Geschenk auf den Balkon erblickt und keine Schnuller mehr da sind.

Sie reißt das Papier auf und quietscht los vor Freude. Sie ist total begeistert von der Katze! Puh, mir fällt ein Stein vom Herzen.

Phase fünf, die erste Nacht ohne Schnuller.

Am Abend wird es noch einmal Spannend. Es geht ins Bett. Ich lese der Großen noch einmal das Buch von der Schnullerfee vor und nach unserem Gutenachtlied und dem Gebet will ich aus dem Zimmer gehen, als die große plötzlich herzzerreisend beginnt zu schluchzen.

Große Krokodielstränen laufen über die kleinen Wangen. Sie schnieft und sagt mit bibbernder Stimme, dass sie jetzt genug habe von der Katze und möchte dass die Schnullerfee die Schnuller zurück bringt, damit sie ruhig schlafen kann. Sie gibt auch die Katze wieder ab. Mir rutscht das Herz in die Hose. Okay, damit habe ich ja schon irgendwie gerechnet, sonst hätte ich ja den einen Schnuller nicht zurück behalten. Aber was mache ich jetzt? Werde ich nachgeben und Ihr den Schnuller geben? Ich wäge das für und wieder ab und komme zu dem Entschluss, dass es falsch ist, Ihr den Schnuller zurück zu geben. Also nehme ich meine Maus in den Arm und sage Ihr, dass ich verstehen kann, dass sie jetzt traurig ist. Wir reden über den Verlust des Schnullers und ich erkläre Ihr, dass doch jetzt die Katze da sei und diese sicher traurig wird, wenn die Große Sie zurück gibt. Nach einer Gefühlten Ewigkeit knickt die Große ein und sagt sie wird es versuchen. Und siehe da, sie schläft ein. Ganz ohne Schnuller. Ich habe das Problem des Nachtrauerns noch 3 weitere Abende. Aber dann haben wir es überstanden und unsere Große ist Ihn los, den Schnuller.

2 Replies to “Von der Schnullerfee und Kuschelkatze”

  1. ojeojeoje…das steht nun bei uns auch an, aber irgendwie…kann ich mich noch nicht dazu entschliessen…Ich habe das gefühl, sie versteht das noch nicht so ganz und würde deshalb noch trauriger sein…
    Ausserdem ist sie dann wirklich kein baby mehr, mein Mutterherz…:-(
    ich weiss ich weiss, kann nur gut sein für sie, ich muss da auch mal einen Plan machen und das anleiern…so in nem monat…oder so…;-)

    1. Weißt du, jedes Kind hat da seinen eigenen Rhythmus. Versuche den Zeitpunkt zu finden. Meine Mini-Maus ist auch bald 2,Angst da werde ich den Schnuller noch lange nicht los werden. Sie versteht das noch nicht so gut wie die große Maus in dem alter. Ändert Das ist okay. Suche dir zur Unterstützung ein Buch. Erzähle ihr von der Schnullerfee und gebe ihr etwas dafür ,dass sie die Schnuller aufgibt. Ich habe damit die beste Erfahrung gemacht.

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