…wäre es anders besser gewesen…

In die Zeitmaschine gesetzt und Schwupp ist 2008, das große Mädchen ist da.

Die ersten Wochen vergehen wie im Fluge, alles ist neu! Es ist eine sehr intensive Zeit, man stellt sich auf die neue Situation und aufeinander ein. Aber bald kommt der Alltag zurück und damit die alltäglichen Sorgen.

Mein Freund und ich sind beide in einer Situation, in der wir es uns nicht leisten können, uns den Luxus zu nehmen, für länger als max. ein Jahr zu Hause zu bleiben. Also suchen wir nach Alternativen. Da alle Großeltern noch mitten im Berufsleben sind (ich bin mit 22 Mutter) muss etwas her, was uns die Freiheit gibt unsere Ausbildung zu beenden und damit unserer Tochter etwas mit auf Ihren Lebensweg zu geben.

Ich Persönlich will nicht unbedingt eine Tagesmutter nehmen, weil ich die Befürchtung habe, dass mein Mädchen sich mehr an die „fremde“ gewöhnt, als an mich.

Die Suche beginnt

Krabbelgruppe und co

Also suche ich gezielt nach Krabbelgruppen, Krippen o.ä. Das gibt es auch bei uns! Was für ein Glück, wir sind gerettet! Aber…Ohoh… leider nicht zu den Uhrzeiten in denen wir es benötigen würden… Oder die wollen, dass die Eltern dabei sind. Was ist das denn für eine Logik? Warum sollte ich nach einem Krippenplatz suchen, wenn ich dann da bleibe? Albern!

Kindergarten, bzw. Kindertagesstätte, hoffen und bangen um einen Platz

Was gibt es denn noch? Okay… Kindergärten, ich weiß, dass es diese s.g. U2 (unter 2 Jahre) Plätze gibt. Aber mein Kind ist sehr weit unter U2 …. Hmmmm… Ich setze mich an den PC und recherchiere im Internet. Auf der Homepage unseres Jugendamtes finde ich eine Liste. Oh, es gibt genau 3 Kindergärten, die doch tatsächlich U1 (unter 1 Jahr) Plätze anbieten… Nachdem ich mit Ihm alles durchgesprochen habe, setzen wir uns ans Telefon und telefonieren die Kinderegärten nacheinander ab.

Die erste Kindertagestätte (liegt in der Nähe meiner Eltern und auf dem Weg zur Arbeit) ist voll belegt. Die zweite (liegt recht weit weg von uns und nicht annähernd auf dem Weg zur Arbeit) hat auch keinen Platz. Die dritte (ist zwar katholisch und liegt nur fast auf dem Weg zur Arbeit) bietet uns einen Besichtigungstermin an.

Wir dürfen mal schauen kommen

Zwei Tage später stehen der Papa, mein Mädchen und ich in der KiTa. Die kleine schläft, ich habe sie auch gerade noch gefüttert damit wir in Ruhe schauen können. Die KiTa wirkt ganz solide. Mittelmäßig große Gruppen, einen recht guten Personalschlüssel in der Gruppe mit den aller kleinsten: Gutes Programm, die Struktur wirkt auch gut, das Personal wirkt nett und die Kinder, die wir sehen scheinen sich wohl zu fühlen. Mein Freund und Ich reden kurz miteinander, sind uns aber schnell einig. Wir fragen, ob wir unsere kleine zum nächst möglichen Zeitpunkt anmelden können. Die Kita-Leitung erklärt uns, dass es nicht so einfach sei, weil sie eine lange Warteliste hätten. MIST! Es wäre so super gewesen, wenn das geklappt hätte. Wir dürfen aber wenigstens die Anmeldung ausfüllen. Also, weiter suchen.

Überraschung

Ein paar Tage später klingelt das Telefon, die Leitung aus der KiTa ist dran und sagt, dass wir den Platz hätten. Ich kann mein Glück kaum Glauben. Sie sagt, dass wir beide ein Sonderfall wären, weil ich Azubi bin und der Papa Student. Ich bin wahnsinnig glücklich und mein Freund auch!

Jetzt ist es so weit und ich gebe mein kleines Baby her….

Am 01.08.2008 ist es so weit. Unser kleines Baby wird ein KiTa-Kind, mit gerade mal 5 Monaten. Oh man…. Mache ich/wir echt das richtige??? Ist es nicht alles zu schwer für sie??? Wird es sich negativ auf die Mutter-Kind Bindung ausüben? Ich werde laufend von Bekannten und Freunden angesprochen, ob das denn so richtig ist. Das sei unverantwortlich, bekommen wir vorgehalten. Und all solche Dinge, die es mir/uns echt nicht leichter machen, diesen Schritt zu wagen!

Aber wir springen ins kalte Wasser. Und…. Es tut nur etwas weh…. Am schlimmsten empfinde ich den Moment, an dem ich mein Mädchen aus meinen Arm in den Arm der Erzieherin geben muss …. Und was passiert?! NIX! Die Lütte ist lieb und ruhig und sieht sich alles an. Ich drehe mich langsam, gaaaaanz langsam, um und gehe. Aber nur 2 Stunden später bin ich wieder da! Ich hole die junge Dame sehr früh wieder ab, schließlich ist die Eingewöhnungszeit eher für mich als für das Kind gedacht. Zumindest empfinde ich es so.

Es war der richtige Weg

Die Wochen vergehen und mein Mädchen bleibt täglich länger in der KiTa, bis sie auf Ihren 8 Stunden ist. Es ist Wahnsinnig Gut! Die junge Dame macht riesen Fortschritte. Mit 6 Monaten will sie eine Schnitte haben und weit vor Weihnachten läuft sie uns schon davon. Sie redet wie ein Wasserfall, aber nicht so abgehackt wie manch andere Kinder. Die Erzieher sagen auch, dass unsere Tochter ein richtiger Überflieger ist, und dass wir absolut alles richtig gemacht haben.

Ich bin richtig froh, dass es meiner Tochter gut geht! Ich sitze mit meinem Freund zusammen, die Lütte liegt in Ihrem Bettchen und wir denken über die letzten Monate nach. Wir kommen beide zu dem Entschluss, dass wir durchaus mehr als richtig gehandelt haben. Es hätte wirklich nicht besser laufen können. Wir haben zwar auch viel Glück dabei gehabt, aber es ist das eingetreten, was wir uns erhofft haben. Ich habe meine Ausbildung wieder aufgenommen und er macht das Studium weiter. Nix von wegen gestörte Mutter-Kind Bindung. Alles Quatsch!

Da kann man das Kind ggf. eher verstören, wenn es drei Jahre bei einem zu Hause ist und dann plötzlich in den Kindergarten kommt und nicht mehr konstant die Mama/ den Papa um sich hat. Wir sind uns einig, dass wir immer wieder diesen Weg genau so machen würden.

Wobei…. Nach der Schwangerschaft, nein nach der Entbindung, werde ich kein Kind mehr bekommen!

3 Kommentare bei „…wäre es anders besser gewesen…“

  1. Wow, das nenne ich mal ein gelungenes Beispiel! Toll 🙂 Klingt so als hättet ihr alle eine gute Bindung und dann noch eine gute KiTa gefunden, dann kann das schon klappen 🙂

    Liebe Grüße, Janina

    1. Danke, es klappt hervorragend! Ich bin richtig erleichtert, dass wir den Spagat so gut hinbekommen haben!

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